Verstecke richtig anlegen

Ein großer Vorteil der Sucharbeit ist, das wir sie fast überall durchführen können. Egal ob in einem Raum, im Park, im Wald, in einem Industriegebiet  oder in der Einkaufsstraße. Überall finden sich Orte, an denen Verstecke angelegt werden können. Den Hund, eine Leine, den Duftstoff und das Wissen, wie man ein Versteck am besten anlegt ist alles was wir brauchen, um mit dem Hund Spaß zu haben.

Klingt einfach? Ja und nein, denn beim einrichten eines Verstecks kann so manches schief gehen. Der Geruchsstoff wird zum Beispiel in einem luftdichten Behälter versteckt, oder er wird zwei Meter hoch auf einen Türrahmen gelegt. Zu viele von diesen schlecht angelegten Verstecken, können auf einen Hund hinauslaufen, der nie Erfolg hat und schließlich das Interesse an der Tätigkeit verliert. Glücklicherweise sind Hunde versöhnlich Individuen und die meisten werden von einer gelegentlichen schlechten Erfahrung nicht resignieren und freudig auf eine Suche mit echten Erfolgsaussichten warten.

In den Anfangsstufen der Nasenarbeit möchten wir Vertrauen und eine Begeisterung für die Tätigkeit aufbauen. Das bedeutet, schnelle Erfolge  und sehr wenig Gehorsamseinwirkung. Dabei spielt die Lage eines Verstecks eine große Rolle.

Am besten legt man kleine Suchfelder  mit einem Versteck und einer Problemstellung an, um dem Hund zu helfen, das richtige zu lernen.
So können wir ihn zum Beispiel anleiten Bereichen eines Raumes zu durchsuchen, die er normalerweise umgehen würde.  Ecken in einem Innenraum fangen häufig Geruch auf, doch der natürliche Instinkt des Hunds wird die Ecken meiden. Setzt wir ihn nun einfach in einem Suchfeld an und lassen  ihn ringsherum suchen, wird er das Versteck  vielleicht finden, aber er wird sich dabei lange abmühen. Der bessere Weg ist, Behälter entlang der Wand zu setzen, die am Eingang zum Zimmer beginnen, einen an der Ecke einschließen und mit mehreren entlang der Wand außerhalb der Ecke enden. Nun nehmen wir den Duftstoffbehälter und legen ihn zuerst direkt auf die Schwelle innerhalb des Eingangs zum Zimmer. Nach erfolgreicher Suche wird die Übung wiederholt,  wobei diesmal ein Behälter an der Wand entlang gewählt wird. Wenn man auf diese Weise übt, kann man eine zunehmende Erwartung des Hunds bemerken, dass der Geruch überall entlang der Wand sein könnte. Jetzt wird er beginnen, die Ecke zu durchsuchen, selbst wenn der Geruch nicht dort ist. Um eine zu starke Erwartungshaltung zu vermeiden, beenden wir die Trainingseinheit mit einer freien Raumsuche in der der Geruchsstoff von der Wand weg versteckt wird. Wahrscheinlich beginnt der Hund zunächst mit einer Suche gemäß dem zuvor erlernten Muster, wird sich aber schließlich losreißt, um den Geruch zu finden.

Ein Geruch verhält sich nicht starr, sondern wird durch die Luft bewegt. Wir können dies nicht wahrnehmen , aber wir können sehen, wie unsere Hunde zur Quelle hin arbeiten. Dadurch können wir erahnen, ob sich ein Duft erhebt oder fällt, sich ruhig oder wirbelnd, schnell oder langsam bewegend.

Es gibt Verstecke, die ein überraschend klares Bild dessen schaffen, was mit dem Geruch in einer Suche geschieht, selbst wenn es nicht das ist, was wir erwarten würden.

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Eines meiner Lieblings Verstecke präsentiert vermutlich das klarste Bild der Geruchsbewegung. Ein erhöhtes Versteck, welches sich auf einem freistehenden Gegenstand wie einem Baum befindet, wird eine Geruchsglocke erzeugen, bei der der Geruch direkt unter dem Versteck schwach oder überhaupt nicht existent ist, aber in einiger Entfernung vom Versteck stark auftritt. Wenn wir Hunde bei der Ausarbeitung dieser Verstecke beobachten, werden wir sehen, dass sie den Geruch 2 bis 3m entfernt vom Versteck (abhängig von Höhe der Geruchsquelle und Windbedingungen) aufnehmen und eine gewisse Zeit damit verbringen, die Geruchsglocke abzugehen, um die Position der Geruchsquelle ausfindig zu machen. In den meisten Fällen könnten wir fast einen Kreis auf dem Boden ziehen, um zu kennzeichnen, wo diese Geruchsglocke auftritt. Wenn der Hunde nicht aus diesem Kreis herauskommt kann er dem Geruch nicht zu seiner Quelle folgen. Dieses faszinierende Scenario ist eine gute Lehre für uns Hundebesitzer, dass einem Gegenstand nahe zu sein, nicht dasselbe ist, wie einem Geruch nah zu sein.

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Im Bereich von langen waagerechten Flächen bieten sich mehrere gute Gelegenheiten für das Anlegen von Verstecken, bei denen die Geruchsbewegung sehr klar wird. Verwenden Sie ein langes Brett, das z. B. auf Steine gelegt wird, um einen niedrigen Hohlraum, zu erzeugen.  Befestigen Sie den Geruchsstoff mittig unter dem Rand dieses Brettes.  Der Geruchsstoff möchte nach oben entweichen, kann es aber nicht und daher beginnt er abhängig von den Windbedingungen sich entlang des Brettes zu bewegen, als ob er an einer Schnur gezogen wird. Ihr Hund wird den Geruch nachjagen und dabei von der Quelle abrücken, hin und her pendeln, bevor er sich schließlich der Quelle nähert. Diese Art der Suche wird Ihnen helfen, Geduld zu haben, und ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie Ihr Hund agiert, wenn er zum Quellgeruch hinarbeitet.

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Für eine andere interessante Suche, versuchen Sie, den Duftstoff an einer Hochkant gestellten Gitterbox zu befestigen und eine zweite Gitterbox in Windrichtung und Parallele zur ersten aufzustellen. Abhängig von den Windbedingungen werden Sie wahrscheinlich Ihrem Hund zusehen, wie er ein bisschen Zeit damit verbringen, die zweite in Windrichtung stehende Gitterbox genau zu überprüfend. Das ist ein Beispiel für die Bündelung eines Geruchs, die Ihren Hund vor ein Rätsel stellt. Die Bündelung eines Geruchs geschieht in vielen Suchscenarien.  Sehen Sie das als Möglichkeit , den Unterschied in der Arbeitsweise ihres Hundes zu erkennen, wenn er die Bündelung eines Geruchs findet oder eine Geruchsquelle entdeckt.

Finden Sie ein Außengebiet mit einem Hügel und legen Sie den Geruch unten am Fuß des  Hügels auf den flachen Boden. Bringen Sie Ihren Hund an die Spitze des Hügels und Experimentieren sie mit Ihrer Positionierung nach rechts und links auf dem Weg zum Versteck. Sie werden herausfinden, dass es eine optimale Anfangposition gibt, wo Ihr Hund den Geruch aufnehmen und sofort zur Quelle steuern kann und einen ineffizienten Anfang geben wird, der auf eine anhaltende Flächen-suche hinausläuft, ehe schließlich die Geruchsquelle gefunden wird. Sie können auch das Versteck auf den Hang des Hügels legen und versuchen, den Geruch von oben oder von unten auszuarbeiten. Diese Art von Suchgebieten zeigen Ihnen, das sie ihrem Hund den Zugang zu jedem Bereich der Fläche ermöglichen sollten.

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Tisch und Stühle sind eine gute Möglichkeit, schwer zugängliche Verstecke einzuführen. Fangen Sie mit einem Versteck an, der unter der Tischplatte verborgen ist, ohne das Stühle den Zugang blockieren. Sobald Ihr Hund Erfolg mit der Suche unter dem Tisch hat, fügen Sie einige Stühlen hinzu, die weit genug auseinander stehen, damit Ihr Hund sich durchquetschen kann um zur Geruchsquelle zu kommen. In der letzten Suche, platzieren sie den Geruch auf einem der Stühle und Überraschen Sie ihren Hund mit einem leichten Zugang zum Versteck.

Sobald Sie Ihren Hund mit diesen oder anderen schweren Suchaufgaben vertraut gemacht haben, können sie sie in kompliziertere Suchaufgaben einbauen. Wählen Sie ein komplettes Zimmer, wie zum Beispiel einen Pausenraum und verwenden Sie den Rand der Küchenzeile, um eine dem Brett ähnliche Leiteinwirkung zu erzeugen. Für fortgeschrittene Hunde, platzieren Sie einen Abfalleimer mit einem Plastikdeckel an ein Ende der Zeile. Der Geruch kann wandern und sich im Abfalleimer bündeln und den Hund damit ein bisschen verwirren. Aber wenn der Hund erfahren ist wird er den Sachverhalt ausarbeiten.

Keine Sorge, es gibt unzählige Möglichkeiten, die Suchaufgaben neu und aufregend zu halten. Eine Veränderung der Umgebung, von Wind und Temperaturbedingungen, sowie eine Umlegung der Startlinie kann aus der selben Art des Verstecks trotzdem eine komplett neue Suchaufgabe machen.

Immer der Nase nach. Viel Spaß beim Schnüffeln…..

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